«…und Doris Knecht war sowieso besser…»
Gestern Abend machte die Tagimagi-Kolumnistin Michèle Roten mit ihrer Miss Universum-Lesetour und Stargast Greis in der Schüür halt. Das Dargebotene glich einem beliebigen Gespräch zwischen durchschnittlichen Endzwanzigern in einer willkürlich bestimmten Bar. Der einsame Höhepunkt des Abends war eine 1:1-Lesung eines SI-Artikels über Chris von Rohr und seine kosmische Überelfe. Da konnte auch ich endlich mal lachen. Ansonsten regierte grösstenteils Jan Delay.
Von Pablo Haller
Es ist Mittwochabend. Die Schüür ist bestuhlt und beinahe voll. Michèle Roten zieht halt schon noch und Greis hat ja in ein neues Album am Start (erscheint morgen). Die Bar im Obergeschoss ist geschlossen. Vielleicht wäre alles besser gekommen, wenn sie in Betrieb gewesen wäre, weil das Programm unter anderem auch auf Publikumsinteraktion ausgelegt war – und das wohl eher geklappt hätte, wenn die Zuschauer ein wenig angeheitert gewesen wären. In einem Bierzelt morgens um drei hätte ich mich wohl köstlich amüsiert.
Nun, dem sollte nicht so sein. Im Gespräch reihten sich Plattitiüden an Plattitüden, wie auch in Rotens Kolumnen, aus denen sie sporadisch las. Dazu noch die ganze Mühe, so wahnsinnig spontan rüberzukommen, obschon der Ablauf akribisch geplant schien. Zum Glück war noch Greis da. Der hat den Abend zwar auch nicht gerettet, aber den Aufprall immerhin abgefedert.
Vom Besuch des Programms ist abzuraten.
Kategorie: Wort | Tags: greis, michèle roten, schüür, tagimagi 2 Kommentare »

Da kann ich nur zustimmen. Seeeehr peinlich, das Ganze. Und wenn ein SI-Artikel amüsanter ist als die Kolumnen der Hauptperson spricht das ja schon Bände. Ausserdem war bei den Kolumnen keine neue dabei, wer das Magazin also wöchentlich liest, kannte schon alle. Es wäre sowieso mal Zeit, Rothen beim Magazin auszuwechseln, sie schreibt ja eigentlich immer das selbe. Und merkt dabei nicht, wie absolut bieder sie selber ist. Vor 40 Jahren wäre ihre Schreibe vielleicht noch innovativ gewesen, heute brauchts sowas nicht mehr…
Ich las früher die Rothen Kolumnen sehr gerne. Doch seit gefühlten fünf Jahren kopiert sie sich nur noch selbst. Leider kann man ihr nicht mal einen Vorwurf machen. Ohne Konkurrenz leidet meistens die Innovation als erstes.