Gipfeltreffen der Coverversionen

Netto vier Stunden Spielzeit – und das mit Coverversionen u.a. von AC/DC, Bon Jovi, Scorpions und Van Halen. Tönt anstrengend, war es auch. Die diesjährige Sedel-Jahreshitparade in der Schüür war über weite Strecken ein Krampf – mit einigen, jedoch rar gesähten, Highlights. Hier das Protokoll.

Von Pablo Haller und Jonas Wydler

Mit einigen Minuten Verspätung, aber noch vor 22 Uhr, startete die Sedel-Celebration in der sich anfangs eher zögerlich füllenden Schüür – später war sie dann gerammelt voll. Was blieb: Ein paar gelungene, weil überraschende, Covers von Rockklassikern. Jedoch aber: Zu viel uninspirierter 1:1-Abklatsch derselbigen. Viele Langhaarperücken auf der Bühne und viel engagiertes Mitgegröle seitens des Publikums. Dieses blieb übrigens ansonsten den ganzen Abend merkwürdig verhalten.

1. Egohygiene vs. Somtek. «I love Rock’n'Roll» von Joan Jett and the Black Hearts:

Zwei Laptops und dazugehöriges Allerlei: Ein zugegebenermassen gewagter, experimenteller Einstieg –durchaus tanzbar und auf der Höhe der Zeit. Leider viel zu lang.

2. Project Mud. «Lovin’ You’s A Dirty Job» von Ratt:

Eine junge Combo aus dem Würzenbach, die den Grunge zelebriert. Viel Bass, angenehm unaufdringlich daherkommend – zuletzt aber wenig greifbar. Erstmals erschallt so etwas wie Applaus aus dem Publikum.

3. Basic Motor Skills. «Livin’ On A Prayer» von Bon Jovi:

Bekannt als schweisstreibende Ska-Band – davon war gestern nicht viel vorhanden. Der Gesang trug die Melodie zu wenig, so blieb es schwammig. Wie man Bon Jovi auch covern kann – hier von den Moped Lads:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Aber eigentlich sollte man Bon Jovi gar nicht covern. Die Originale sind bereits scheusslich genug.

4. The Unborn Chicken Voices. «I Want Action» von Poison:

Der Moderator des Abends, Marco Liembd, warf sich in die bekannte Chicken-Uniform. Die Interpretation war gänzlich elektronisch. Nett anzusehen und ging gut ins Gehör und geschmeidig in die Beine. Eigentlich ganz OK – ihr versteht.

5. The Jules Winnfield Five. «American Nights» von Bonfire:

Endlich: Das erste Highlight. Unterstützt durch die Stimme von Nicole Kammermann wurde uns da eine satte und durchwegs überzeugende Version von «American Nights» um die Ohren geschmissen.

6. Easy Tiger. «Carrie» von Europe:

Der Song plätscherte dahin, die Interpretation leider etwas ideenlos, wenn auch solid vorgetragen. So blieb einem wenigstens mal Zeit, die Toilette aufzusuchen.

7. Fetus Fetish. «Fear Of The Dark» von Iron Maiden:

Das nenn ich eine Überraschung – und die braucht es doch an einem solchen Abend. Eine zierliche, blonde Frontsängerin, sogar noch Spickzettel in der Hand, sang/grunzte den Song voller Inbrunst und unglaublich druckvoll in einer Cannibal-Corpse-Version. Grosses (Splatter-)Kino! Auch der Rest der Band machte die Sache mit einem doch nicht einfachen Song überzeugend gut.

8. Archea. «Paradise City» von Guns’n'Roses:

Ich meine: In Ordnung. Aber ich erwarte an einer Sedel-Jahreshitparade nicht bodenständig vorgetragene Covers, sondern Überraschungen und Kreativität.

9. Roli Summer. «Tell Me» von White Lion:

Hut ab: Hier wurde eigens eine Harfe antransportiert. Ansonsten Schrummel-Version eines wenig überzeugenden Songs mit Perkussion. Und: Die Harfe hörte man leider nicht.

10. The Bonkers. «Jump» von Van Halen:

Gebührender Dank an die Ex-Chicken-Nuggets-Jungs – sie sorgten für einen versöhnlichen Abschluss der ersten Hälfte des Rockklassiker-Marathons. Ein Töff mit Totenschädelfahne fährt auf die Bühne und das Drum stimmt den Beat an. Dann das obligate Synthie-Riff – punkig unterlegt natürlich. Und bevor man merkt, dass hier geschickt mit Playback gearbeitet wird, fangen sie an ihre Attrappeninstrumente zu zertrümmern, schmeissen sich ins Publikum und reissen wilde Posen. So geht das!

11. Dave Satellite. «Highway To Hell» von AC/DC:

Da erwarte ich mehr, als diesen Song einfach ähnlich druckvoll wie im Original zu interpretieren. Dem Publikum gefiel’s.

12. Play To Destroy. «Lady In Black» von Uriah Heep:

Man kann mit diesem Song so viel Scheisse anstellen (z.B. Kandlbauer), Play To Destroy taten das zum Glück nicht und lärmten ihn, zusammengestaucht auf drei Strophen, in einer treibenden Kürzestversion runter. Gut so!

13. Kunz & Knobel. «Shout At The Devil» von Motley Crue:

Wo war Kunz? Und vor allem: Wo war Knobel? Die konzertierten anscheinend irgendwoanders. Dafür waren da Gitarre, Bass und Schlagzeug und eine packende Version des Songs mit super Stimme. Wer immer da auf der Bühne stand: Sie machten das im Namen der beiden K sehr gut (und ebenfalls in Küchenkluft). Auch eine sehr gelungen Form von Überraschung.

14. 7 Dollar Taxi. «Poison» von Alice Cooper:

Was die Jungs anfassen – es wird zu Gold. Ihre Bühnenshow war von einer Szene aus einer Rockumentary der halbfiktiven Band Spinal Tab inspiriert. Ein wahres Gewitter entzündeten sie, mit lasziv züngelndem Sänger und eigens engagiertem Groupie, das die Band während des Auftritts nachschminkte. Optisch wie musikalisch ein absolutes Highlight des Abends!

15. The Bucks. «Rock You Like A Hurricane» von The Scorpions:

Gäste aus Zürich – sie verbesserten die schwierige Vorlage deutlich.

16. Kronzeugen. «Smoke On The Water» von Deep Purple:

Wie schon letztes Jahr hatten die Kronzeugen die Show auf sicher und das Publikum definitiv auf ihrer Seite. Eine reine Acapella-Version des Klassikers brachten sie auf die Bühne. Irgendwann kamen dann ein Bob-Marley-, ein Elvis- und später noch ein Michael-Jackson-Verschnitt dazu, und das Ganze endete in einem herrlich komischen und irren Durcheinander.

17. Neutones. «We’re Not Gonna Take It» von Twisted Sister:

Schön, dass sich die wahrlich grossen Neutones für diesen Song nochmals zusammentaten (am Gesang übrigens der ansonsten neben Liembd komoderierende und mit viel Fachwissen ausgestatte René Sager). Der Mitgrölfaktor erreichte seinen Höhepunkt – was wohl unter Anderem auch am Text lag. Muss ein wahrhaft begnadeter Lyriker sein, der Twisted-Sister-Sänger.

18. The Scouts. «The Final Countdown» von Europe:

Sicher ein schwieriger Song, bietet indes viel Angriffsfläche, um etwas daraus zu machen. Die Scouts machten es sich gar einfach, ratterten den Song schnoddrig und mit viel Punkgesten unterlegt runter. Der Nächste, bitte – gääähhhn!

19. Alteration. «Bedside Radio» von Krokus:

Gewiss solid, aber da wurde einfach gecovert ohne mitzudenken.

20. Der Zoo. «Crazy Crazy Nights» von Kiss:

Es wurde tatsächlich crazy bei der offiziell letzten Darbietung: In Tiermasken vermixten sie den Song gehörig, tanzend in einem Blitzlichtgewitter – durchaus erfrischend, und der Bogen zum Anfang wurde geschlossen.

Und dann kamen sie alle noch einmal auf die Bühne. Nicht alle, aber viele zumindest, um «We Are The Champions» von Queen anzustimmen – man hat sich gegenseitig gern, «Gschpörschmi»-Stimmung wie beim guten alten Musikantenstadel. Aber da war ich mit einem Fuss schon im Schüürgarten.

Einige offene Fragen:

Pirellli schwirrte vor der Show im unteren Teil der Schüür herum. Irgendwas wird er damit zu tun gehabt haben, obschon man ihn auf der Bühne – er suchte wohl den Schutz einer Maske – nicht erkannte. Fragt sich, warum er nicht gleich moderiert hat, denn Marco Liembd ging den meisten eher früher als später auf den Geist (dies ergab eine spontane, nicht represantive Umfrage vor Ort).

Was macht eigentlich genau den Reiz aus, im Rudel in Turbojugenduniformen auszugehen? Ist man in der individuellen Wahl der Kleidung nicht stilsicher genug?

Wann gibt’s endlich mal einen FALCO-Abend?

Warum bildete sich vor dem Männerklo eine Schlange, beinahe bis zur unteren Schüürbar, während das Frauen-WC leer war?

Ihr fragt euch vielleicht: Warum so viele Bands spielten, die gar nicht im Sedel proben? Laut Marco Liembd hat das mit der Mühe des Einhaltens von Anmeldefristen, Sitzungsterminen, sonstigen Fristen und Probezeiten, von gewissen Sedelbands zu tun.

Zuguterletzt die wichtigste Frage überhaupt: Wo war die beste, lauteste, schnellste und authentischste Band Luzerns – wo waren die Moped Lads?

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35 Kommentare zu “Gipfeltreffen der Coverversionen”

  1. happyhappy

    pablo und jonas sind einem solchen abend wohl nicht mehr gewachsen. fehlt nur noch eine kritik am schlechten sound (bei so vielen bands und dem wechseltakt…).
    ist alles nur spass und schliesslich keine kunstvernissage! die covers einzeln noch zu besprechen ist total überflüssig.
    empfehlung an die zwei ich-journalisten: zieht nächstes mal auch ein perücke an und trinkt ein bier zu viel. und gleich dann darüber schreiben!
    die 600 leute, meine wenigkeit eingeschlossen, hatten endlich wieder mal ihren heidenspass im steifen luzern!

  2. Chris Von Rohr

    Müsste heissen “Bedside” Radio.

  3. pablo

    thx, chris. hab`s soeben korrigiert.

  4. nervensäge

    mit der kritik an der modi kann ich leben. aber bon jovi’s übersong livin’ on a prayer derart zu kritisieren zeugt nicht von musikalischer objektivität.

    ;-)

  5. jonas

    @ happyhappy: ich hatte auch grossen spass und bier getrunken hab ich auch – und den text tatsächlich angeheitert am gleichen abend noch geschrieben. und nein, den sound fand ich sehr gut, und ja, du hast recht, es war keine kunstvernissage (an solche geh ich auch nie). am meisten spass hatte ich allerdings, wenn es die band auf der bühne auch hatte (bonkers, kronzeugen, 7 dollar taxi…). das mit der perücke überleg ich mir nochmals…

  6. Pirelli

    Ich fand, Liembd und Sager haben einen guten Job gemacht. Für mein Teil war ich froh, diesen Vierstundenmarathon nicht an der Front zu bestreiten; hätte mich aber natürlich auch nicht lang gewehrt – wäre ich überhaupt angefragt worden. Eine Frage an die Autoren: Wie würdet ihr das machen? 20 Bands? Vier Stunden? Alle Umbaupausen überbrücken? Doch, zumindest in der ersten Hälfte, recht verhaltenes Publikum? Jungs, das ist STRENG.
    Um Rat wird gebeten.
    Auch fand ich das Niveau deutlich höher als auch schon. Viel Herzblut am Start.
    Am besten gefiel mir allerdings Kevin, der Assistent, der die ganze Zeit auf der Bühne hinter achsovielen Knöpfen sass, mit denen er die Einspieler und Zwischensounds integral doch recht geschmeidig bewältigte.
    Einfach SMSeln hätte er nicht so viel sollen, hatte wohl grad Puff mit einer Dame oder so. Trotzdem ein geiler Siech, recht eigentlich.

  7. pablo

    also den sager und den kevin stellte auch gar niemand in frage. im gegenteil. bei liembd fand ich, dass er ein wenig zuuu aufgedreht war für meinen geschmack – aber vielleicht muss das ja so sein…
    hab die kritik an ihm letztendlich reingenommen, da ich tatsächlich ein wenig rumefragt hab, danach – wie`s so empfunden wurde, das ganze spektakel – und viele fanden gut, aber liembd… – ehrlich gesagt, ich kann nicht rational erklären, an was es genau lag.

    ist mir auch klar, dass es kein einfaches los ist vier stunden am stück – und da muss man die veranstalter auch wirklich LAUT loben – die umbaupausen liefen wie geschmiert, es dauerte nie zu lange und der sound stimmte trotzdem bei jeder band.

    auf das verhaltene publikum kann ich mir ehrlich gesagt nicht wirklich einen reim machen – vielleicht war das bier zu teuer, man hatte deshalb hemmungen abzugehen und so liess man`s bleiben. was aber irgendwie auch nicht sein kann…

  8. Einmal muss es raus

    Alle wollen unterhalten werden. Alle wollen Intepretenfestivals, Mr. Sedelwahlen, Karaoke, oder Hitparaden. Alles muss sein wie im Fernsehen und ablaufen wie geschmiert. Alle Teilnehmenden (die zuvor in der Freizeit mal kurz sich auf den Abend vorbereiten können) sollen gratis eine mit viel Spass verbundene, ureigene Performance abliefern…

    Lucerne Rock City sucks. Das Kulturmagazin sucks. Das Luzerner Publikum sucks – und das schon seit Jahrzehnten, das ist jetzt nun wirklich nicht neu und überraschend. Welche Band wird von der eigenen Stadt gepusht, so wie es Bern, Basel oder Zürich kann? Immer wird genörgelt und mit den fucking Beatles verglichen. Vergleichen wir das Publikum mit jenem vom Wembley? Vergleichen wir Luzern mit New York? Vergleichen wir das Kulturmagazin mit der Chefredaktion der Süddeutschen?

    Ehrlich, Mann.
    So, das war’s. Tat gut. Danke.

    Einer aus einer der unbekannten Bands, die sich alle Jahre wieder irgendwo zum Affen machen.

  9. Peter

    Du tönst sehr frustriert. Es gibt viele Bands die vom luzerner Publikum gemocht und auch “gepusht” werden. Hast Du Dir mal schon überlegt wieso Deine nicht?
    Machst Du Musik aus Spass oder damit deinem Ego geschmeichelt wird? Beim zweiteren lass es besser bleiben und sonst – hör nicht auf die Kritiker und zieh dein Ding durch! Die haben eh an allem etwas auszusetzen!

  10. fanni

    lucerne rock city sucks! während sich die luzerner szene am liebsten selber feiert und auf sauglattismus macht (klar, auch das muss ab und zu sein), wird in zürich und basel richtig gearbeitet. kein wunder, spielen luzerner bands (die heidi mal ausgenommen) in schweizer medien selten eine gewichtige rolle. mal ehrlich, wer ausser heidi, 7dollartaxi (aus horw), mothers pride und marygold spielt mehr als ein konzert pro jahr ausserhalb von luzern-city? siehste…

  11. nervensäge

    das ist ja lustig hier drin.
    eine echte kulturdebatte.

    problematisch finde ich, zum teil bands so hart wie oben zu kritisieren.
    und zudem: die idee der sedel-jahreshitparade ist nicht, zwingend dem song ein neues kleid zu verpassen. ich erinnere an jotta der vor gut vier oder fünf jahren eine 1:1 eminem nummer hinlegte – begeisternd.

    aber hier an dieser stelle über so junge bands herzuziehen. ich weiss es nicht. vor allem frage ich mich da schon nach dem leistungsausweis gewisser online-\\\”journis\\\”… s\\\’gibt da bedeutend relevantere stimmen, welche sich solche aussagen wie oben erlauben dürften und diese dann auch nicht subjektiv, sonde objektiv unterlegen. das ist ja dann die eigentliche kunst des musikjournalismus.

    und was ich als langjähriger moderator weiss: einer vollen schüür kann es keiner recht machen. ausser vielleicht hösli (hab ihn seelig).

    was ich auch weiss: was oder wie die sedel-jahreshitparade ist oder sein soll, das entscheidet sicher nicht das kulturmagazin. das entscheiden die auftretenden bands knapp nach der auslosung und jenen 5 minuten, wo sie sich für null-gage den arsch aufreissen um dann solch eine überflüssige kritik wie the scouts einzufangen (by the way an die scouts: mir hat euer gig sehr gefallen).

    ich habe einen vorschlag für die online-journis: nächstes jahr keine hitparade mehr machen. dann hat auch keiner mehr was zu motzen.

    gruss der liembd

    ps. \\\”einmal muss es raus\\\”: musik in meinen ohren :-)

    pps. wegen dem verhaltenen publikum: wen wunderts in Luzern-Rock-City wo jeder ein neuer charles p schum (hab ihn seelig) zu sein scheint?

  12. pablo

    der kulturteil ist subjektiv und tendenziös, ja.
    deshalb auch kultURTEIL.
    jedoch wird in vielen kommentaren hier vergessen, dass neben kritik auch viel lob verteilt wurde. es geht nicht darum, dass das kulturmagazin entscheiden will, was eine sedelhitparade sein soll. wir gehen hin und stellen unsere persönlichen eindrücke hier drauf…

    ps: vielleicht ist es ja genau dieser umgang mit kritik – sie als undankbarer angriff zu werten – der die luzerner bands davon abhält mal aus der “rock city” rauszukommen…

    pps: à propos junge bands: gerade diese (project mud, fetus fetish, 7 dollar taxi – um bloss einige zu nennen) wurden positiv bis euphrisch besprochen – es waren diesmal eher die gestandenen damen und herren die federn lassen mussten…

  13. jonas

    Ich krieg langsam das Gefühl, die Sedeljahreshitparade ist sowas wie ne heilige Kuh – unantastbar. Meine Güte, mir geht es weder darum, diesen Anlass irgendwie in Frage zu stellen noch die Organisation oder die Leistungsbereitschaft junger Bands zu hinterfragen – Hut ab vor all dem. Auch vor deinem Einsatz, Liembd. Aber und jedoch: Trotzdem soll man da noch kritisieren dürfen, und bei einem Medium wie diesem Blog ist es dann und wann unvermeidbar, dass Aussagen etwas salopp rüberkommen. Ob ich allerdings den Leistungsausweis mitbringe, darüber zu schreiben, das möcht ich dich auch nicht fragen müssen, Liembd. Ebenso wenig, wie ich mir anmasse, zu sagen was die Idee der Jahreshitparade ist. Das überlass ich gern euch, und vielleicht gefällt es mir dann nächstes Jahr wieder besser.

  14. Myra

    Ich war auch dort und es hat mir gefallen, obwohl ich nicht ganz drausgekommen bin. Aber ich finde soviele Bands zu sehen einfach super. Und ich konnte viele Lieder mitsingen.

    Warum haben eigentlich Dada-anto Portas nicht gespielt? Die proben doch auch im Sedel.

  15. greg

    kultUrteiler, lasst euch mal vom herrn liembd nicht allzu sehr einschüchtern. schliesslich ist auch er auf plattformen wie kulturteil oder kulturmagazin angewiesen!

  16. jonas

    dadas? haben die mal im sedel geprobt? meines wissens sind die jetzt in kriens oben…

  17. pablo

    das war ne verarsche von uns jonas ;)

  18. Roman

    Nun denn, muss ich doch auch noch meinen senf dazupappen:

    Im Jahr 2001 hatte der Sedel noch einen Abend in der Schüür zugute. Und da wurde die nicht neue Idee geboren, dass 20 Sedel-Bands mit Betonung auf Sedel-Bands, die 20 ersten Songs der vorangegangenen Jahreshitparade zum Besten geben am 20-Jahre-Sedel-Jubiläum, dh. runter in die Stadt und raus aus dem Knast. Als Gage für die Bands gab es Bier und mächtig Applaus vom Publikum.
    Die erste Jahreshitparade war publikumsmässig ein absoluter Vollerfolg. Da lag es nahe, diesen Anlass jedes Jahr wieder zu wiederholen.
    In letzter Zeit nahmen auch Band teil, die nicht im Sedel proben und das finde ich auch gut so, denn mit solchen Anlässen hat Mensch die Möglichkeit andere Bands kennenzulernen.
    Zusammengefasst geht an der Jahreshitparade um eigentlich nichts ausser Spass und bis jetzt hat das Publikum das entsprechend goutiert.
    Dieser Jahr war ich nicht vor Ort anwesend, was gemäss Bericht nicht weiter tragisch war. Einziger Wehrmutstropfen meinerseits ist, dass anscheinend zu ersten Mal eine Gage bezahlt wurde, ojeeee !

  19. Deville

    Fein wie es hier abgeht. Ich habe ja das erste mal seit Jahren die Show vom Fussvolk aus beobachtet und mich bestens unterhalten bis peinlich berührt gefühlt. so wie es sein soll an einer sedel Jahreshitparade! Ich würde aber jetzt nie auf die Idee kommen und hier jemanden im Kommentarbereich zu dissen. Man kennt sich und sieht sich ja deshalb öfters. Also macht man das von Mann zu Mann (man siehe dazu auch die Kommentare zum letzten Kick Ass Award). Ansonste finde ich Kultururteil ne feine Sache. Viele vergessen dass dies wirklich kein Journalismus sondern ein BLOG sein soll. Wers nicht verträgt auch mal Kritik zu bekommen soll aufhören zu lesen. Auf der anderen Seite würde ich mich freuen vermehrt über solche Anlässe zu lesen. Hans Erni kanns jetzt wirklich nicht sein. Wobei..warum auch nicht. Scheissegal. Und hört auf zu heulen ihr Pfeiffen! hahahahahaha! Bis zum nächsten Mal!

    Euer Deville

  20. Alejandro

    Ich finde schlicht, ihr habt alle Recht! Ich habe Beitrag für Beitrag gelesen und bin aus dem Nicken gar nicht mehr rausgekommen. Scheiss Ja-Sager! Liebe ist überall herum.

  21. Alejandro

    Öhm… Ja-Sager hat übrigens nichts mit R. Sager zu tun, den ich übrigens in seiner Moderatorenrolle brillant fand. (Nicht nur, weil ich auf Netz-Shirts stehe)

  22. adi

    ein wenig mehr gelassenheit, meine herren (damen mache ich auf den ersten blick keine aus …)

    die jahreshitparade zieht seit 01 diskussionen um geschmack und geschmackloses nach sich. genau dazu bietet der anlass ein perfekte grundlage: da jeder das ausgangsmaterial kennt, kann jeder seine meinung zur interpretation äussern. und das ist gut so. wenn nun jonas und pablo diesen abend aus ihrer sicht ein wenig sezieren, kann man das gut finden oder nicht. doch solche kritik darf, ja muss sein.
    der sedel hat damit keine probleme. und heilig ist die jahreshitparade keineswegs, heilig ist nur der sedel :-)

    adi

  23. Pirelli

    Läck, Deville, jetzt bist immer noch sauer, weil du mir auf den Sack gingst beim Kick Ass Award und ich das hier auch kundtat? Das hat doch nix mit Dissen zu tun! Wozu dient denn die Kommentarfunktion hier, wenn nicht dazu, den jeweiligen Anlass zu kommentieren? Wer sich auf die Bühne stellt, setzt sich der Kritik aus; und die muss schon gar zwingend nicht von “Mann zu Mann” stattfinden, sondern darf durchaus an die Öffentlichkeit, damit auch andere dazu Stellung beziehen können. Was wäre denn sonst der Sinn von KultUrteil? Du willst mir ja nicht sagen, dass ausgerechnet du mit Samthandschuhen angefasst werden willst? Dann, mein Guter, müsstest du deinen Moderationsstil aber grundsätzlich überdenken – du ziehst sogar auf der Bühne über Leute her, die grad gar keine Chance haben, sich zu wehren …
    Also noch mal: Wer sich auf die Bühne stellt, muss mit Kritik rechnen, sei sie positiv oder negativ. Und mir ists allemal lieb, wenn das öffentlich geschieht.

    Peter, du schreibst: “Machst Du Musik aus Spass oder damit deinem Ego geschmeichelt wird?”
    Ich kann als extrovertierte Sau jetzt gar nicht nachvollziehen, wie du das als Gegensatz hinstellst. Natürlich mach ich Musik oder was auch immer mein Interesse grad packt, damit meinem Ego geschmeichelt wird – gibts einen anderen Grund? Und Spass machts so oder so.
    Und, im Fall, je harscher die Kritik, desto stärker die emotionale Reaktion des Kritisierenden, desto effektvoller der Auftritt. Lago mio, es gibt sogar einige, die sich durch einen ganzen Auftritt von mir durchquälen, um mir nachher zu sagen, was für ein Arschloch sie mich finden. Grins. Find ich extrem geil! All die Qual … dabei hätten sie gar nicht kommen brauchen oder nach zwei Nummern wieder gehen können, wenns ihnen derart nicht passt.

    Aber noch mal an alle: Wie würdet ihr euch denn die Moderation eines Anlasses wie der Jahreshitparade wünschen? Wie hättet ihrs denn gern, wie wärs euch am wohlsten? Nimmt mich wirklich wunder.

  24. jonas

    Zu deiner Frage Pirelli: Vielleicht müsste jemand moderieren, der mit der Organisation des Anlasses ansonsten nicht viel zu tun – jemand Externes. Das würde evtl. den «Wir feiern uns selbst»-Faktor etwas herunterschrauben. Aber damit meine ich nicht zwingend eine weniger euphorische Moderation. Hmmm, schwierig…
    Die Aufteilung mit eigentlicher Moderation und einem Experten an der Seite (R. Sager) find ich gelungen.

    Ach ja: Die Sedel-Jahreshitparade beschert uns in diesen Tagen Rekord-Leserzahlen – die Sache bewegt und interessiert anscheinend!

  25. Deville

    Aaaaaaaah! Der Herr Pirelli wieder. Diesmal unter richtigem Namen im WWW unterwegs! Ich weiss ja dass Du auf solche öffentlichen online-Diskussionen stehst. Leider ich aber nicht. hat nix mit “keine Kritik ertragen können” zu tun mein Lieber. Ich stehe PRO WOCHE geschätzte 2-3 mal auf irgendeiner Bühne und habe schon ganz anderes einstecken müssen als ein paar empörte Worte auf irgendwelchen Foren in der Welt der Pädophile und Gehemmten…hahahaha! Hier werde ich gar nix diskutieren mit Dir. Sorry. Hier meine Adresse dde@clockworx.ch falls Du was loswerden möchtest. Und zu Deiner Frage. Für mich muss, egal für welchen Anlass, eine Moderation unterhalten, wachrüteln, informieren, konfrontieren und vorallem leidenschaftlich und echt sein. Alles andere ist Sven Epiney…epiny…epaine..oder wie der Vogel heisst…

  26. Deville

    ou. @Jonas: ich will nicht sagen dass Du falsch liegst. Aber der “Wir feiern uns selbst”-Faktor ist meiner Meinung nach enorm wichtig an einer Sedel Jahreshitparade! daher finde ich es ganz, ganz wichtig dass nicht externe die Sache moderieren! Daher fand ich die Wahl Liembd und Herr Sager sehr gut! Darum geht es doch ihr lieben! Der Sedel ist das Geilste und man begibt sich nur deswegen in die niederen Gefilde (Schüür) herab um mal zu zeigen was dreckiger Rock’n'Roll und wahrer Wahnsinn ist! Nenenenene. Das war schon richtig so. Ob die beiden das jetzt gut gemacht haben oder nicht ist Geschmacksache und…auch Übungssache. Benji und ich haben den Job jetzt 5 oder 6 Jahre gemacht und trotzdem fanden uns nicht ALLE geil (was ich echt nicht nachvollziehen kann)……….

  27. Pirelli

    Aber, Herr Deville.
    Was ich zu sagen hatte, tat ich damals schon. Das ist für mich so was von erledigt … weshalb ich ja staune, dass du es hier noch einmal aufgreifst. Und genau darauf ging ich ein. Zu diskutieren allerdings gibts nichts. Aber dass man auf einer Site wie hier grundsätzlich Kommentare zum Thema oder einzelnen Aussagen des betreffenden Artikels abgibt, entspricht m.E. eben genau dem Sinn einer solchen Site; und ich finde nach wie vor, dass öffentliches Auftreten auch öffentlich diskutiert und kommentiert werden darf. Deine krude Texas-Kauboi-Romantik mit \”von Mann zu Mann\” find ich recht schräg. Ansonsten: dein Bier.
    Wenn du mich aber noch einmal der Pädophilie oder des Gehemmtseins bezichtigst, dann haben wir tatsächlich ein Problem. ;-)

    Was den Sich-selbst-feiern-Faktor angeht, bin ich ganz einer Meinung mit dir.

  28. Deville

    Würde mir niemals in den sinn kommen! feiere also mal schön den kick’n'rush ab heute abend….habe leider premiere ansonsten hätte ich mir das angetan. bin schliesslich fan von dir……
    tschüsschen.

  29. Samantha

    eieiei

  30. Marco Fischer

    Ech wörd mech riesig freue, wenn Sie mer di Schanse wördid gäh, di nöchschti Sädel Hitparade z moderiere. Ech gseh mech als Verträter vonere jonge Generation. Merci vell mol!

  31. Oldie

    Betrifft die Fake-Eigenempfehlung von Marco Fischer, für alle, welche die FDP-Realsatire noch nicht genossen haben: Unter
    http://wahlen.fdp-stadtluzern.ch/FDP.html kommt als Nummer 1 Kurt Bieder, Marco Fischer dann als Nummer 9, weitere valable Moderatoren wären auch: 11: missionarin, 22; 14: the helicopter man; 22: verdorbene jugend;
    24: duzfreund in der luzerner bronx bzw. im höllenfeuer; und nummer 27 kennt offenbar das dylan-video von d.a. pennebaker (subterranean homesick blues). a splendid time is guaranteed for all. thanx fdp stadt luzern!

  32. The Editors

    People are fragile things, you should know by now
    Be careful what you put them through

  33. marta

    mehr senf, meinerseits: der musik- bzw. kulturjournalismus hat seit seinem bestehen mit seiner eigenen legitimation zu kämpfen, da er nicht professionalisiert ist und es immer gleichzeitig fans und hasser sind, die ihn betreiben. das ist aber auch gut so. den kollegen vom kulturteil jedoch dilletantismus zu unsterstellen, nur weil sich jemand pikiert fühlt…schwach. die trauen sich nämlich mit ihren kritiken – genauso wie liembd auf der bühne – mal aus der masse hervorzutreten und machen sich somit verwundbar…das darf man durchaus kritisieren, aber grad ihre berechtigung in frage stellen, naja, nicht sehr elegant.
    wenn luzern und “die szene” – wie gewünscht – mal nach aussen treten wollen, dann muss mehr her als dörfliches schultergetatsche und danach das getratsche hinter vorgehaltener hand. dann muss auch mal kritik akzeptiert werden. das ist doch keine geschützte werkstatt, oder?

  34. Jet

    this town ain’t rock city ;-(

  35. Dave Salatite

    “Da erwarte ich mehr, als diesen Song einfach ähnlich druckvoll wie im Original zu interpretieren.”

    Was erwartest du mehr? Wir hatten insgesamt 23 Versionen von Highway to hell ausprobiert. Das ist sowas wie “Jungi Schwän und Entli” – das funktioniert einfach NUR NUR NUR streng nach Partitur!
    Mann, da kommst du daher und erwartest mehr! Hätte der Anblick meines blanken Hinterteils deine Erwartungen befriedigt? Oder die Schultasche meiner Nichte mit den Delphinen drauf an meinem Rücken? Wir haben Respekt vor AC/DC!

    Wie auch immer – dieser Abend war seeehr lustig, war uns eine Ehre als Nichtsedelabersedelgernhabband dort ein Liedchen singen zu können.

    Dave Satellite


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