Friedlich, verwunschen, verträumt

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Altes Gymnasium Sarnen, 1.12.2013: Das Märlitheater Obwalden bedient sich in seiner achten Spielzeit dem Stück „Die Schöne und das Biest“. Herausgekommen ist eine liebevolle, eindringliche Produktion, welche die Adventszeit noch verschönert.

Von Lukas Tschopp (Fotos: Ingolf Gernot Höhn)

Vielen bekannt aus der Zeichentrickfilm-Produktion „Beauty and the Beast“ der Walt Disney Studios, ist die Geschichte um die Liebe zwischen der freundlich-bescheidenen Alina (der Schönen) und dem verwunschenen Prinzen (dem Biest) tatsächlich ein traditionelles Volksmärchen aus Frankreich. Erstmals veröffentlicht von Gabrielle-Suzanne de Villeneuve im Jahre 1740 unter dem Originaltitel „La Belle et la Bête“, wurde die Geschichte seither von zahlreichen künstlerischen Gattungen aufgenommen und weiterverformt, etwa als Werk der bildenden Kunst, als Drama, als Fernsehproduktion oder eben als Zeichentrickfilm.

Stimme des Herzens

In seiner neusten Produktion bedient sich das Märlitheater Obwalden der Bühnenversion des Berner Theaterautors Ueli Blum – und die Regisseurin Bernadette Schürmann inszeniert „Die Schöne und das Biest“ als Geschichte voller Zauber und Fantasie, bei der letztlich die Stimme des Herzens über Habgier, Eitelkeit und Intrige obsiegt. „Friedlich, verwunschen, verträumt“ – mit diesen Worten beschreibt Alina den Rosengarten auf der Insel, wo das Biest zu Hause ist und wo Alinas Vater, der Kaufmann Marchant, durch das Abzwacken einer Rose die ganze Geschichte erst ins Rollen bringt: Marchant erleidet Schiffbruch und rettet sich an ebenjene Insel. Dort entdeckt er einen Rosengarten, wo er für Alina eine Rose entwenden will. Dabei wird er vom Biest entlarvt. Unter der Bedingung, dass er oder eine seiner drei Töchter ins Schloss zurückkehrt, lässt das Biest ihn gehen. Alina übernimmt die Verantwortung für den Rosendiebstahl und geht an Vaters Stelle zum Biest aufs Schloss, wo sie ein luxuriöses Leben führt und vom Biest immer wieder Heiratsanträge erhält. Das Biest indes ist in Wirklichkeit ein Prinz, der von der Zauberin Bagaia vor Jahren in ein Biest verwandelt wurde. Alina fühlt sich dem Biest immer stärker zugeneigt. Schliesslich verliebt sie sich ins Biest, worauf sich dieses in den Prinzen zurückverwandelt – Alinas Liebe hat den bösen Zauber besiegt.

Eindringliche Darstellung

So liebevoll die Geschichte, so liebevoll auch die Produktion des Märlitheaters: Angefangen beim wunderbaren Bühnenbild und Lichtdesign – erwähnenswert ist insbesondere die Darstellung des Rosengartens: Praktisch aus dem Nichts fällt von der Decke herab, in warmes Licht getaucht, ein Gewimmel von sich um Stricke windende Rosengewächse –, über das feinfühlige Klavierspiel des Theatermusikers Christov Rolla, bis hin zur authentischen, eindringlichen Darbietung der Schauspieler. Corinne Huwyler überzeugt als herzensgute, zuweilen kecke Alina (so befreit Alina das Biest aus den Klauen der Kraken, indem sie diese mit einem Stock zusammenschlägt und sodann als „Saubande“ beschimpft), Heinrich Weingartner als geplagtes Biest, Gerhard Halter als gutmütiger Marchant, Esther Dillier und Anja Kiser als Alinas eitle, selbstsüchtige „Pomadenschwestern“, oder Karin Dürr als furchteinflössende Zauberin Bagaia.

Adventszeit ist Geschichtenzeit. Das Märlitheater Obwalden schafft es einmal mehr, auf zauberhafte, fantasievolle Art und Weise eine solche Geschichte zu erzählen. Und damit die Zeit vor Weihnachten für Gross und Klein noch zu verschönern.

Weitere Aufführungsdaten auf der Homepage des Märlitheaters Obwalden

Kategorie: Bühne | Tags: , , , Kommentar »

 

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